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Written by 10:00 IT & Technik

Das Windows 7-Supportende ist erreicht: Risiken & Tipps

Nun ist es vollbracht: Microsoft hat das schon länger angekündigte Windows 7-Supportende tatsächlich durchgezogen. Und was bedeutet das konkret? Mehr als zehn Jahre Support mit Security Updates sind am 14.01.2020 zu Ende gegangen: Seitdem gibt es keine Updates für Windows 7 mehr – zumindest nicht ohne kostenpflichtigen erweiterten Support. In diesem Beitrag erklären wir dir, was das Supportende für Folgen hat und was du jetzt für das Betriebssystem deines Rechners tun kannst.

Was sich mit dem Windows 7-Supportende geändert hat

Es ist traurig aber wahr: Der Lifecycle von Windows 7 hat sein Ende erreicht. Somit hat Microsoft alle kostenlosen Sicherheits- und Software-Updates für das Betriebssystem eingestellt, das mehr als zehn Jahre lang sich einer besonders hohen Beliebtheit erfreute. Dabei hat die Einstellung des Supports sicherlich wenig mit einer sinkenden Beliebtheit zu tun. Schließlich gehörte das Betriebssystem Windows 7 mit einem weltweiten Marktanteil von 25,59 % im April 2020 noch zu den meistverkauften Betriebssystemen (statista-Umfrage).

Doch was hat das Supportende zur Folge? Ganz einfach: Ohne weitere Updates für Windows 7 werden beispielsweise neu entdeckte Sicherheitslücken nicht geschlossen. Der Rechner wird fortan zum Einfallstor für Hackerangriffe verschiedenster Art. Werden hierbei sensible Daten gehackt, kann der Schaden in kurzer Zeit größere Ausmaße nehmen. Wenn du möglichst keine Risiken eingehen willst, hast du nun folgende drei Optionen:

  1. Windows 7 kaufen bzw. behalten und mit einem starken Antivirus-Programm aufrüsten.
  2. Nutzung der Windows 7 Extended Security Updates (ESU) bis 2023 – mit entsprechenden jährlichen Kosten.
  3. Umstieg auf Windows 10, um kostengünstig weiterhin optimal geschützt zu bleiben.

Windows 7 Extended Security Updates: Lohnt sich das?

Microsoft bietet Windows 7 Extended Security Updates für Windows 7 Professional und Windows 7 Enterprise an; die entsprechende Erweiterung kannst du bis 2023 bei Microsoft erwerben. Allerdings musst du die Updates immer für ein Jahr buchen. Dabei steigen die Kosten jährlich und sind nicht gerade unerheblich. Hinzu kommt noch das Problem, dass die Preispolitik recht unübersichtlich ist. So hatte Microsoft im Jahr 2019 noch folgende jährlich anfallende Kosten für den Windows 7 Extended Support bekanntgegeben:

Zeitraum ESU
Windows 7 Professional
ESU
Windows 7 Enterprise
Januar 2020–Januar 2021 25 $ (ca. 22,95 €) pro Endgerät50 $ (ca. 45,89 €) pro Endgerät
Januar 2021–Januar 2022 50 $ (ca. 45,89 €) pro Endgerät100 $ (ca. 91,78 €) pro Endgerät
Januar 2022–Januar 2023 100 $ (ca. 91,78 €) pro Endgerät200 $ (183,56 €) pro Endgerät

Undurchsichtige ESU-Preispolitik

Inzwischen liegen für den Zeitraum Januar 2020–Januar 2021 bereits andere Preise vor, die die ursprünglichen Ankündigungen deutlich übersteigen. Dabei sind sich selbst offizielle Microsoft-Distributoren darüber unsicher, für welche Produkte der Windows Extended Support gilt. So werden nicht nur für Windows 7 Professional und Enterprise, sondern auch für Windows 7 Ultimate Erweiterungen angeboten. Allerdings ist auf den Microsoft-Supportseiten nur die Rede von den Professional- und Enterprise-Versionen. Was ebenfalls sofort auffällt: Die aktuellen ESU-Preise für den Zeitraum Januar 2020–Januar 2021 sind für alle Produkte einheitlich und liegen sowohl Netto als auch Brutto deutlich über den anfangs angekündigten Preisen:

Zeitraum ESU für Windows 7 (Professional/Enterprise/Ultimate) – Nettopreis ESU für Windows 7 (Professional/Enterprise/Ultimate) – Bruttopreis
Januar 2020–Januar 2021 89,90 € pro Endgerät 106,98 € pro Endgerät

Unser Tipp: Wie du siehst: Der Windows 7 Extended Support geht ganz schön ins Geld. Außerdem gelten die Preise immer nur für ein Jahr und die Support-Erweiterung wird voraussichtlich im Januar 2023 endgültig enden. Wir empfehlen dir also, zeitnah auf Windows 10 umzusteigen. So sparst du Geld – und jede Menge Nerven.

Kann ich das Windows 7-Supportende einfach ignorieren?

Diese Frage können wir dir mit einem klaren Nein beantworten. Warum? Das erklären wir dir in aller Kürze.

Risiken bei Nicht-Upgrade auf Windows 10

Klar, für öffentliche Einrichtungen wie Landesbehörden, Krankenhäuser, Universitäten, Kindergärten sowie für weitere kritische Infrastrukturen sieht die Sache deutlich heikler aus. Warum? Weil seit dem 25. Mai 2018 die Umsetzung der EU-DSGVO verbindlich ist. Und seitdem kann sich niemand ein „Leak“ von sensiblen Daten (wie zum Beispiel Patientenakten oder Ähnlichem) leisten. Liegt nämlich die Ursache in einer ungenügend geschützten IT-Umgebung, zieht es für die Verantwortlichen enorme Kosten nach sich. Und das besonders Tückische daran ist: Bereits ein Rechner mit veraltetem Betriebssystem kann in einem Firmennetzwerk massive Schäden anrichten.

Ein unsicheres Windows 7 gefährdet ganze Netzwerke

  • Eine Sicherheitslücke im Betriebssystem eines einzigen Rechners setzt das gesamte Netzwerk dem Risiko eines Virenbefalls aus.
    • Sind die Computerschädlinge über ein unsicheres Windows 7-Betriebssystem einmal eingedrungen, können sie auch die Rechner infizieren, die bereits mit Windows 10-Upgrade und den aktuellsten Sicherheitsupdates versorgt sind.
    • Windows 10 erkennt den Befall möglicherweise früh genug, jedoch muss ab diesem Zeitpunkt mit akribischer Genauigkeit vorgegangen werden, da es sonst zu Leaks, zur Verschlüsselung wichtiger Daten oder gar zur Zerstörung essenzieller Daten führen kann.
  • Die Behebung der entstandenen Schäden ist mit enormen Kosten verbunden, da Security-Expertenwissen sehr kostspielig ist – ganz zu schweigen von eventuellen Schadensersatzansprüchen, wenn sensible Daten im Spiel sind.

Ohne Updates, keine Online-Sicherheit

Nicht nur kritische Infrastrukturen, sondern auch Privatanwender*innen stellen ein beliebtes Ziel von Hackerangriffen dar. Auch du benutzt sicherlich deinen Rechner fürs Onlinebanking und fürs Internetshopping, oder? Wahrscheinlich verwendest du – wie die meisten von uns – noch zusätzlich eine Cloud-Lösung. Damit synchronisierst du deine Dateien auf verschiedenen Rechnern, um deine Arbeitsabläufe zu beschleunigen. Du bist also darauf angewiesen, dass deine dort gespeicherten Daten nicht fahrlässig gefährdet werden. Und genau deswegen solltest du keine Risiken eingehen und schnell auf das Windows 7-Supportende reagieren: Mit einem Umstieg auf Windows 10 gehst du auf Nummer sicher.

Was du vor einem Windows 10-Upgrade unbedingt beachten solltest

So, es ist so weit: Du möchtest Windows 10 kaufen. Einen ganz kurzen Augenblick noch! Bevor du dich mit deinem neuen Betriebssystem anfreundest, solltest du vorab ein paar Dinge prüfen:

  • Ist die Hardware deines Rechners den Systemanforderungen des neuen Betriebssystems gewachsen?
  • Sind auch deine weiteren Peripherie-Geräte – wie beispielsweise Drucker oder Bildschirme – mit Windows 10 kompatibel?

Auch bei Fachanwendungen ist Vorsicht geboten: Veraltete Software kann gegebenenfalls Windows 10 nicht unterstützen. In solchen Fällen solltest du überlegen, was sich eher lohnt:

  • Windows 7 zu kaufen und noch drei Jahre den erweiterten Support kostenpflichtig zu buchen.
  • Auf Windows 10 umzusteigen und die für dich notwendigen Fachanwendungen neu zu kaufen – das dürfte in vielen Fällen deutlich preiswerter als erstere Option sein.

Du bist noch etwas unsicher? Sehr gerne hilft dir unser geschulter Customer Service dabei, die für dich am besten geeignete Lösung zu finden. So machst du aus dem Windows 7-Supportende etwas Positives. Und das lizengo-Team sorgt schon für deinen reibungslosen Umstieg auf Windows 10!

Und welches Betriebssystem hast du auf dem Rechner? Bist du damit zufrieden? Wir freuen uns auf deine Kommentare!

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Last modified: 22. Juli 2020