esport_lizengo

Written by 10:00 Alltag digital

eSport als Alternative für die Zukunft?

Kaum vorstellbar, aber eSport gibt es schon fast seit 50 Jahren. Doch was ist eSport eigentlich? Ist eSport eine Sportart? Und warum sollte es eine Alternative für die Zukunft sein? Wir verraten dir all das und noch mehr.

eSport ist in aller Munde

Das Thema eSport ist aktueller denn je. Statt Formel 1 oder Bundesliga wird auf eSport ausgewichen. Streaming ist eh beliebt und immer neue Titel preschen vor um der neue eSport-Schlager zu werden. Doch, was ist eSport denn nun genau?

Was ist eSport?

Die Frage „Was ist eSport?“ ist schnell beantwortet:

  • Beim eSports handelt es sich um einen sportlichen Wettkampf, der ausschließlich elektronisch durchgeführt wird.
  • Gemeint ist damit der  Wettstreit in verschiedensten Videospielen.
  • Die E-Sportler*innen treten dabei allein oder in Mannschaften gegeneinander an.

Übrigens: In Deutschland hat der Duden festgelegt, dass eSport als E-Sport geschrieben wird – es gibt jedoch auch die Form E-Sports. Da sich der Begriff eSport international durchgesetzt hat, wollen wir in diesem Beitrag auch bei eSport bleiben.

Bleibt natürlich noch die Frage: Ist eSport eine Sportart im eigentlichen Sinne?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, kann derzeit für Deutschland aber verneint werden. Der DOSB, der Deutsche Olympische Sportbund, hat sich mit der Vereinbarkeit von eSports in deren Organisation beschäftigt. Dabei kam man zu dem Schluss, dass derzeit nur virtuelle Sportarten anschlussfähig an die Sportvereine seien.

Doch eSport ist eben mehr als nur virtueller Sport. Es umfasst neben FIFA, Madden und Co. auch Shooter wie Counter-Strike, Strategiespiele wie Dota oder LoL oder auch Battle Royals wie Fortnite.

Die Antwort, ob eSport eine Sportart ist, bleibt der Bund also schuldig – dennoch kann man die Wertung der Vereinbarkeit als Antwort auf diese Frage auffassen. In anderen Ländern ist man hingegen weiter und erkennt eSport als offizielle Sportart an. China legitimierte den elektronischen Sport bereits 2003 als echten Sport und seit Anfang 2019 gibt es dort sogar den Beruf „E-Sportler*in“. Mehr als 60 weitere Länder fördern und erkennen eSport als Sport an, darunter die USA, Südkorea oder auch Bulgarien.

Die Geschichte des elektronischen Sports

Die Anfänge des eSport liegen weit zurück. Im Grunde sind Videospiele von Beginn an schon immer auch kompetitiv, also wettkampfbasiert, gewesen. Im Spiel will man eben herausfinden, wer besser ist. Und so gab es 1972 dann auch den ersten Wettkampf in einem Videospiel an der Stanford University – das erste eSport-Turnier sozusagen.

Wirklich „ernst“ wurde es dann in den 90ern, als der Computer auch in der breiten Masse angekommen und LAN-Partys aus dem Boden gestampft wurden. Natürlich spielte auch die Verbreitung des Internets eine immer größere Rolle beim elektronischen Sport.

Zuletzt waren es aber die Spiele, die immer wettkampflastiger wurden und somit dem eSport auf die Beine halfen. Titel wie Quake, Unreal Tournament, Counter-Strike oder auch Starcraft lebten förmlich vom Wettkampfgedanken – und zehren teilweise noch im Jahre 2020 davon. Nur dass man heute dann eben Counter-Strike: GO, Street Fighter V oder League of Legends zockt.

Der virtuelle Sport gewinnt an Bedeutung

Heute ist der eSport kommerzieller denn je. Riesige Turniere locken tausende Fans in Stadien, E-Sportler*innen werden gefeiert wie Popstars – zumindest im Ausland, vor allem in den asiatischen Ländern ist der virtuelle Sport ein Ereignis für die Massen.

Die größten Turniere versprechen schnell Preisgelder in Millionenhöhe – beim Fortnite World Cup im Jahre 2019 waren beispielsweise 100 Millionen US-Dollar Preisgeld verteilt worden. Klar, dass viele Hobby-Gamer*innen da ebenfalls davon träumen, im e-Sport tätig zu werden.

E-Sportler*innen organisieren sich

Dass bei so hohen Preisgeldern keine Einzelkämpfer*innen unterwegs sind, dürfte wenig überraschen. Im Gegenteil, in vielen Ländern gibt es Studiengänge und Förderprogramme für E-Sportler*innen.

Diese sind dabei oftmals in sogenannten Clans, ein Begriff, der ebenfalls eng mit der Videospielgeschichte zusammenhängt, organisiert. Was sich nach viel Spaß und Gaming anhört, ist in der Realität harter Alltag. Neben täglichem Training in den bevorzugten Spielen, stehen auch Ernährung und Fitness auf dem Stundenplan. Wer denkt, man setzt sich mal eben hin, zockt ein paar Runden und räumt dann die Turniere ab, irrt sich.

eSport ist vielleicht nicht der körperlichste Sport der Welt, dafür benötigt man jedoch

  • mentale Stärke
  • Strategiesinn (räumliche Orientierung, Übersicht, Taktik, etc.)
  • gute Reflexe
  • hohe Auffassungsgabe
  • perfekte Hand-Augen-Koordination
  • Ausdauer

Da überrascht es auch nur wenig, dass viele Teams heute auf Coaches setzen, die während des Spieles den E-Sportler*innen Taktiken vorgeben oder Timings und Positionen der Gegner im Auge behalten.

Der eSport ist ein Geschäft – wie so viele andere Sportarten auch

Das ist natürlich alles nicht sehr günstig, schließlich sollen sich die Profis ja auch die Woche über mit dem Spiel beschäftigen und nicht nebenbei einem anderen Job nachgehen. Aus diesem Grund spielt Sponsoring eine große Rolle im eSport.

Auch Mannschaften können eine gute Einnahmequelle sein. Im Hinblick auf die Preisgelder und den immer größeren Populismus überrascht es daher wenig, dass große Sportvereine den elektronischen Sport für sich entdecken und E-Sportler*innen einstellen. Ob Bayern München, Werder Bremen oder 1. FC Köln – viele namhafte Fußball-Clubs haben mittlerweile auch ein Team für den virtuellen Sport aufgestellt.

e-Sport als Alternative

virtuelle Bundesliga_esport
Ob virtuelle Bundesliga oder Klopperei in Street Fighter – eSport ist stark im Kommen.

An diesem Punkt kommt eSport als Alternative ins Spiel – oder zumindest der Gedanke. „Echter“ Sport, also jener Sport, der auch vom Deutschen Olympischen Sportbund akzeptiert wird, ist sehr störanfällig. Das zeigt sich zum Beispiel bei Krankheiten oder Viren, die grassieren.

Klar, die Corona-Epidemie ist ein extremes Ereignis – das sich allerdings auch schnell wiederholen könnte. Und plötzlich bricht alles zusammen, tausende Jobs stehen auf dem Spiel, Fernsehgelder brechen weg, Übertragungen fallen aus – und die Fans langweilen sich.

Wie wäre es mit einer virtuellen Bundesliga

Das muss aber nicht sein – denn es gibt ja den eSport. Der ist leicht auch von daheim betreibbar und tendenziell von einer viel breiteren Masse per Stream empfangbar, als ein Fußball-Spiel, das auf Bezahlsendern gezeigt wird. Und egal, welche etablierte Sportart es sein darf: Es gibt unzählige Videospielumsetzungen davon. Neben FIFA und Madden (Fußball und Football) gibt es auch Spiele zur Formel 1, Handball, Eishockey – ja selbst zur Tour de France gibt es ein Videospiel.

Und so zeigen die Progamer*innen virtuell, was sie können. Doch nicht nur sie greifen zum Pad oder der Tastatur, auch Profisportler*innen kicken elektronisch den Ball in einer virtuellen Bundesliga oder geben in Formel 1 ordentlich Gas. Klar, nur zum Ausgleich, aber es zeigt das breite Interesse und die Möglichkeiten in der Zukunft.

Bei Turnieren gibt es zudem Kommentierende, die das Spielgeschehen verfolgen und die Zuschauer*innen lenken. Da bleibt doch die Frage: Was will man mehr? Spaß macht das ganze ebenfalls und wer einmal ein eSport-Turnier in einem Stadion live mitverfolgt hat, weiß, dass die Stimmung auch da einfach genial ist. Das Schöne dabei ist aber: Wer es nicht ins Stadion schafft, guckt ganz entspannt von zu Hause den Stream – kostenlos, ohne lange Anfahrten oder schlechte Steh- oder Sitzplätze.

Ob E-Sport oder eSport: Ist das was für dich?

Du solltest prinzipiell keine Angst vor Neuem haben. Es muss auch nicht die virtuelle Bundesliga sein, ein Blick in Counter-Strike-, Fortnite- oder Dota-Turniere kann sich auch lohnen. Die Regeln wirst du schnell verstehen.

Natürlich ist auch E-Sport störanfällig – zum Beispiel muss auch immer die Technik mitspielen. Dennoch halten wir es für eine interessante Alternative im Alltag und eine willkommene Abwechslung, wenn die üblichen Sportübertragungen aussetzen – sei es durch Winter-, Sommer- oder Virenpausen.

Wir haben jedenfalls eine Menge Spaß mit und am virtuellen Sport und hoffen, dass die Akzeptanz in Zukunft wächst. Denn: Je mehr Vielfalt, auch in der Form des Sportes, desto besser.

(Visited 93 times, 1 visits today)
Last modified: 8. Mai 2020