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Written by 10:00 Alltag digital

Agile Methoden: Wie Scrum & Co. das Arbeiten verändern

Begriffe, wie Scrum, Kanban und Co. sind plötzlich in aller Munde. Was es mit solch agilen Methoden auf sich hat? Die unterschiedlichen Vorgehensweisen sollen das Projektmanagement in verschiedenen Bereichen und Branchen erleichtern. So weit, so gut! Doch wie funktioniert agiles Arbeiten denn genau? Und wie können sie unseren schnelllebigen Arbeitsalltag vereinfachen? All diese Fragen klären wir hier im lizengo-Beitrag. Auf geht’s!

Agile Methoden verständlich erklärt

Hättest du es gewusst: UrsprĂĽnglich stammen die agilen Methoden des Projektmanagements aus der Softwareentwicklung. Gerade in diesem Bereich brauchte es neue Lösungen, um schneller auf Veränderungen des Marktes reagieren zu können. So entstand im Jahr 2001 durch Softwareentwickler Kent Beck das sogenannte „Agile Manifest“.  Dies beinhaltet zwölf Prinzipen, die agiles Arbeiten erst möglich machen und die kĂĽnftige Projektarbeit im Team somit vereinfachen.

Nach und nach halten diese Vorgehensweisen immer mehr Einzug in die digitale Arbeitswelt. Das klassische Projektmanagement wird dabei aufgebrochen und völlig neu definiert. Hier ein Beispiel: Wurden früher Projekte eher in Staffeln abgearbeitet, wird das Zielvorhaben bei agilen Methoden in viele einzelne Prozesse aufgeteilt. Zudem werden einzelne Arbeitsschritte immer wieder hinterfragt und Pläne (falls nötig) abgeändert. Aber dazu später mehr.

Gut zu wissen: Was genau heißt agiles Arbeiten? Laut Duden bedeutet „agil“ so etwas wie „von großer Beweglichkeit zeugend; regsam und wendig“. Im Zusammenhang mit Projekten bedeutet es also, dass man schnell auf Veränderungen reagiert und nicht an starren Planungen festhält.

Wer also beispielsweise nach der Scrum-Methode arbeitet, sollte stets agil auf Veränderungen und Optimierungen reagieren. Gehen wir nun den neuen Projektmanagement-Methoden genauer auf den Grund.

Mit agilen Methoden lässt sich im Team produktiver arbeiten.
Teams, die mit agilen Methoden arbeiten, kommen schneller ans Ziel. ©unsplash.com

Effizient und am Puls der Zeit: Vorteile agiler Methoden

Geht es dir bei Projekten auch häufig so, dass alles irgendwie nicht ganz nach Plan läuft? Häufig stimmt auch einfach das Timing nicht. Hat man zu viel Zeit, verliert man sich schnell in Details. Bei einem knappen Zeitplan hingegen, bleibt schnell mal die Kreativität auf der Strecke. Das muss nicht sein. Denn bei all diesen Problemen können Scrum und andere Methoden Abhilfe schaffen.

Schauen wir uns doch einmal die Vorteile agiler Methoden im Vergleich zum klassischen Projektmanagement genauer an. Was direkt auffällt: Die neuen Strategien und Vorgehensweisen sind modern und absolut am (digitalen) Puls der Zeit.

Klassisches Projektmanagement Agiles Arbeiten
Wenige Änderungen während Ablauf möglich Änderungen werden eingeplant und sind erwünscht
Fokus auf technische Anforderungen und Gegebenheiten Fokus auf WĂĽnsche der Zielgruppe und des Marktes
Projektarbeit in groĂźen Teams Projektarbeit in kleinen Teams
Hierarchische Zusammenstellung der Teams und Fachleute Gemeinsame Verantwortung im selbstorganisierten Team
Mehrere Projekte laufen gleichzeitig Fokus auf ein Projekt
Aufgaben werden verteilt Aufgaben werden selbstständig übernommen
Lange Meetings Kurze Meetings
Projektleitende tragen Verantwortung Gesamtes Team trägt Verantwortung

Agiles Arbeiten gewinnt im digitalen Zeitalter zunehmend an Bedeutung. Kurze Meetings, kleine Teams und Fokus auf das Kernprojekt – die Vorteile agiler Methoden liegen auf der Hand. So sorgen Scrum oder andere Vorgehensweisen für mehr Effizienz und schnellere Ergebnisse. Auch die Arbeitsatmosphäre kann sich durch die Selbstständigkeit jedes einzelnen Teammitglieds verbessern. Grund genug also, die agilen Methoden genauer unter die Lupe zu nehmen.

Welche agilen Methoden gibt es? Die Übersicht klärt auf

Du möchtest das agile Arbeiten ausprobieren? Fragt sich nur: Welche agilen Methoden gibt es überhaupt? Die bekannteste Projektmanagement-Lösung ist sicherlich Scrum. In vielen Betrieben wird diese Vorgehensweise bereits angewendet. Doch nicht in allen Arbeitsbereichen kann Scrum für bessere Ergebnisse sorgen. Denn je nach Arbeitsumfeld können die Ansprüche an das agile Projektmanagement unterschiedlich sein. Beispielsweise bietet Design Thinking die passende Lösung für kreative Branchen.

Agile Methoden im Vergleich

Scrum, Design Thinking und mehr – agiles Arbeiten hat viele Gesichter. In folgender Übersicht hast du alle agilen Methoden auf einen Blick. Fragt sich nur: Welches Projektmanagement-Tool ist dein Favorit?

  • Scrum: Kurze tägliche Meetings und die Unterteilung einzelner Prozesse in zeitlich festgelegten Sprints zeichnen Scrum aus. Besonders fĂĽr die Softwareentwicklung oder Produkterstellung ist diese Lösung interessant.
  • Kanban: Anhand dieses Planungssystems werden Aufgaben verteilt und Engpässe schneller sichtbar. Viele Teams aus verschiedenen Branchen vereinfachen die Projektarbeit bereits mit Kanban-Boards.
  • Lean: Bei dieser agilen Methode liegt der Fokus auf einer ressourcenschonenden Wertschöpfungskette. So wird nicht nur nachhaltig gearbeitet, sondern auch Kosten eingespart.
  • Design Thinking: Auf der Suche nach Innovationen? Anhand neuer Lösungsansätze werden bei Design Thinking neue Ideen generiert. Kreative Arbeitsbereiche können von dieser agilen Methode profitieren.
  • DevOps: Anhand dieser Vorgehensweise soll die Softwareentwicklung beschleunigt und die Qualität der Produkte verbessert werden. Der Begriff setzt sich ĂĽbrigens aus Development und IT Operations zusammen.
  • LeSS: steht fĂĽr Large Scale Scrum. Es ist quasi eine Weiterentwicklung der agilen Methode und soll das vernetzte Arbeiten verschiedener Scrum-Teams ermöglichen.

Agiles Arbeiten im Team: Was ist Scrum?

Scrum und agile Methoden gehen quasi Hand in Hand. Doch wo genau liegt der Unterschied? Gehen wir den Dingen mal genauer auf den Grund. Bei den agilen Methoden geht die Scrum-Methode in die Tiefe. Denn es beschreibt, mit welchen Vorgehensweisen später im Projekt gearbeitet wird. Sozusagen ist also Scrum eine Art, agile Methoden umzusetzen. Wie schon erwähnt: Ursprünglich kommt Scrum aus der Softwareentwicklung. Das Tolle: Die Vorteile des agilen Arbeitens können so auch auf andere Arbeitsbereiche übertragen werden.

Gut zu wissen: Schaut man sich den Scrum-Leitfaden an, wird schnell klar, wie strukturiert das Tool ist. Ein Scrum-Projekt unterteilt sich dabei in fünf Aktivitäten und drei unterschiedliche Rollen der Teammitglieder. Übrigens: Scrum macht immer dann Sinn, wenn neue Produkte erschaffen werden sollen. Bereiche wie Marketing oder kreative Branchen profitieren eher von anderen agilen Methoden.

Die fünf Aktivitäten bei Scrum:

  1. Das Product Backlog dient als grober Projektplan. Hier werden alle Merkmale gesammelt, die das spätere Produkt enthalten soll.
  2. Sprint Planning: Der Ablauf eines Scrum-Projekts erfolgt in sogenannten Sprints. Diese Teilprozesse, werden innerhalb kurzer Zeiträume von maximal einem Monat – oder noch besser zwei Wochen – abgearbeitet. Für jeden Sprint wird ein Product Backlog erstellt.
  3. Daily Scrums sind tägliche kurze Meetings von maximal 15 Minuten. Hierbei werden alle aktuellen To-do’s besprochen. Auch der Fortschritt des Scrum-Projekts wird im Auge behalten.
  4. Sprint Review – Was läuft gut? Was eher schlecht? Anhand kurzer Reviews werden Sprint-Ergebnisse überprüft und ggf. Änderungen fürs gesamte Projekt vorgenommen.
  5. Sprint Retrospective: Hier stellt sich eher die Frage: Wie ist das gesamte Scrum-Projekt abgelaufen? So können bei den nächsten Projekten Verbesserungen vorgenommen werden.

Scrum-Teilnehmende in drei Rollen:

  • Product Owner-Rolle: Die Product Owner-Rolle dient als Stellvertretung fĂĽr das Produkt. Diese Person behält also alle Funktionen des gewĂĽnschten Endprodukts genau im Blick.
  • Scrum Master-Rolle: Die Scrum Master-Rolle nimmt die Person ein, die fĂĽr den gesamten Prozessablauf zuständig ist. Die Person unterstĂĽtzt und motiviert alle Teilnehmenden und koordiniert die Abläufe. Zusätzlich ist der Scrum Master auch fĂĽr die nötigen Ressourcen zuständig.
  • Projektteam: Ein Scrum-Team sollte stets aus wenigen Teammitgliedern bestehen – mit bis zu zehn Personen maximal. Zwischen den einzelnen Teammitgliedern werden ĂĽbrigens keine hierarchischen Unterschiede gemacht. Jede Person arbeitet eigenständig.  

Tipp: Auf der Suche nach einer Software fĂĽr den klassischen Projektplan? Microsoft Project dient als nĂĽtzliche Projektmanagement-Software. Anhand von Gantt-Diagrammen lassen sich somit Abläufe, Timings und vieles mehr optimal im Blick behalten. Probier’s doch mal aus.

Bei einem Scrum-Board kann jedes Teammitglied selbstständig arbeiten.
Funktioniert auch im Homeoffice: Scrum-Boards für das Projektmanagement im Team. ©unsplash.com

Scrum: Ein Kanban-System unterstĂĽtzt das agile Projektmanagement

Wie Scrum funktioniert, weißt du ja jetzt. Doch mit welchen Tools wird eigentlich agil gearbeitet? Hier kommen sogenannte Kanban-Systeme ins Spiel. Damit der Projektablauf und die einzelnen Sprints festgehalten werden können, braucht es eine Übersicht – und das am besten in digitaler Form. Anhand eines Scrum-Boards können die Projekt-Mitglieder auf Aufgaben zugreifen und diese eigenständig koordinieren. Jede Person sieht auf einen Blick, welche To-do’s noch offen oder bereits bei einem anderen Teammitglied in Bearbeitung sind.

Gut zu wissen: Ein Kanban-Board ist wie eine Art Tafel, die sich in einzelne Spalten aufteilt. Es dient optimal dazu, die Aufgabenverteilung und den Stand der Sprints im Blick zu behalten. Das Tolle: Die Aufgabenverteilung erfolgt völlig selbstständig, da jedes Teammitglied alles im Blick hat und seine Aufgaben selbständig abarbeiten kann. Zudem werden Engpässe schnell erkannt und können rechtzeitig behoben werden.

Unser Tipp: Um agile Methoden direkt zu nutzen, eignen sich verschiedene Tools. Systeme wie Trello oder Jira können als Kanban-Board zum Einsatz kommen. Die Alternative: Scrum einfach direkt mit Excel umsetzen. Ein solches digitales Scrum-Board lässt sich nämlich auch mit den Office-Anwendungen nutzen. 

Agile Methoden sorgen fĂĽr effizientes Arbeiten

Agile Methoden verändern die Arbeitswelt. Betriebe, die Scrum & Co. im Projektmanagement einsetzen, erzielen schnellere Ergebnisse und können sogar Kosten sparen. Auch wir bei lizengo arbeiten mit Scrum und bilden unsere Teammitglieder in Schulungen aus. Hast du bereits mit Scrum gearbeitet? Oder nutzt dein Unternehmen andere agile Methoden, um effizienteres Arbeiten zu ermöglichen? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar mit deinen Erfahrungen.

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Last modified: 3. November 2020